Wald im Lindechwald-Kohlholz durch Windenergieanlagen bedroht

Schädigung von Natur und Tierwelt

Windenergie im Wald ist ökologischer Unsinn. Sie bedroht die sensible Tier- und Pflanzenwelt im Gebiet des Windparks «Lindechwald-Kohlholz» mit seinen vielen Kolonien von verschiedenen Fledermaus-Arten, Greifvögeln wie dem Rotmilan, Mäusebussard, Habicht, Sperber und Turmfalken, Eulen und dem Weissstorch. Alle diese Tierarten sind geschützt. Auf dem Südplateau des Frienisbergs kommen zudem mehr Orchideen vor als sonst im Berner Mittelland. Vorkommen dieser geschützten Pflanzenfamilie befinden sich im Bereich des geplanten Windparks. 

Wenn eine einmalige Natur und Landschaft einmal zerstört ist, ist dies unwiderruflich – sie kann nicht wieder instand gestellt werden. Heute ist der Frienisberg für Bewohnerinnen und Bewohner wie auch für viele Menschen aus der Umgebung bis nach Bern ein Ort der Erholung, Ruhe und Schönheit. Wenn die Windräder gebaut werden, ist es damit vorbei. 

Einmalige, schützenswerte Landschaft

Das Südplateau des Frienisbergs mit seinen Dörfern und Weilern wurde 2024 als Landschaft des Jahres ausgezeichnet (Stiftung Landschaftsschutz Schweiz). Auf dem Frienisberg wechseln sich Wald, Äcker und Wiesen mit Kleingehöften und Weilern ab und bilden so eine in ihrer Schönheit einmalige, historisch gewachsene und naturnahe Landschaft. Die kleinräumigen Strukturen, die über Jahrhunderte entstanden sind, bieten einer reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt Platz, die sensibel auf Störungen reagieren. 

Der Bau und Betrieb von Windindustrieanlagen in einem solchen Gebiet hat enorme Auswirkungen auf Natur und Landschaft, die irreversibel sind und nicht mit sogenannten «Ersatzmassnahmen» gelindert werden könnten. Ein durch WEA zerstückelter Wald wirft ein sensibles Gleichgewicht aus dem Lot. 

Vielfältige Tierwelt am Frienisberg bedroht

Nationaler Wildtierkorridor im Windpark Kirchlindach,  Lindechwald-Kohlholz

Nationaler Wildwechsel-Korridor 

Der Frienisberg ist eine wichtige Biodiversitäts-Insel zwischen Voralpen und Jura, die wandernden Tieren Schutz bietet. 

Mitten durch das Windplangebiet «Lindechwald-Kohlholz» zieht sich ein nationaler Wildwechselkorridor.

In Kosthofen/Bundkofen befindet sich ein Wildtierkorridor von überregionaler Bedeutung; zahlreiche Wildtiere wandern über den Frienisberg dahin und zurück. (Siehe: Bundesamt für Umwelt BAFU, Wildtierkorridore, pdf). 

Der Wald im Lindechwald-Kohlholz würde durch Bau und Betrieb von Windenergieanlagen langfristig in seiner Funktion als Lebensraum und Durchzugsgebiet für Wildtiere stark beeinträchtigt, die sensibel auf Störungen reagieren. Zu Windanlagen sind zwingend Minimalabstände zu Wildtier-Passagen einzuhalten.


(Bild: Geoportal des Kantons Bern, rote Linie: nationaler Wildwechselkorridor, orange schraffiert: überregionaler Wildtierkorridor)

Windenergieanlagen stören Brutgebiete geschützter Greifvögel wie dem Rotmilan

Geschütze Vogelarten 

Der Frienisberg ist für viele Greifvögel ein Paradies. Sogar der Wanderfalke kommt immer wieder mal auf den Schüpberg. Sperber, Turmfalke, Mäusebussard und Rotmilan sind sogar sehr häufig. In den letzten Jahren haben immer mehr Weissstörche das Gebiet Schüpberg, Grächwil und den Südrand des Leutschenwalds als Jagdgebiet entdeckt.

Der Rotmilan (oben im Bild) ist der drittgrösste Greifvogel der Schweiz, neben Bartgeier  und Steinadler. Er brütet nur in Europa, wobei rund zehn Prozent des Weltbestandes bei uns in der Schweiz brütet. Die Schweiz trägt daher eine hohe internationale Verantwortung für den Schutz des Rotmilans. Windräder stören die Brutstätten, die sich in den obersten Wipfeln von Bäumen befinden massiv.

Seltene Fledermäuse

Der Frienisberg beheimatet enorm viele verschiedene Fledermausarten. Sie leben im Sommer in ihren seit Generationen bekannten "Sommer-Häusern" und viele auch in Baumhöhlen im Wald. Sie überwintern in Höhlen oder Stollen, wie an bisher oft noch unbekannten Orten, wo es kühl und feucht ist, aber nicht gefriert, und das über Jahrzehnte. Das Jagdgebiet ist hauptsächlich rund um Bäume, Hecken und vor allem auch im Wald – oft viele Kilometer weit weg von den Tagesquartieren.

Zahlreiche Fledermausarten jagen auf dem ganzen Frienisberg – in den Wäldern von Kirchlindach, Grächwil, Meikirch, Wahlendorf und dem Schüpberg. Diese angestammten Jagdgebiete könnten nicht durch irgendwelche Ersatzmassnahmen ausgewechselt oder die Fledermäuse auf andere Gebiete umgepolt werden.
Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Sie sind äusserst friedfertig und greifen nie Menschen an. Sie sind sehr ortstreu und kommen jedes Jahr  aus ihren Winterquartieren wieder in ihre "Sommerheimat" zurück. Sie können bis 30 Jahre alt werden und haben nur ein bis zwei Junge im Jahr. Daraus ist leicht zu erahnen, wie verletzlich Fledermauspopulationen sind.

(Im Bild: Langohrfledermaus, Creative Commons)

Gewässerschutz und Kulturerbe

Leutschenbach im Lindechwald-Kohlholz

Gewässerschutz tangiert

Der ganze Frienisberg ist ein Wasserschloss für die Umgebung. Viele Bäche in Schüpfen, Münchenbuchsee, Diemerswil und Kirchlindach haben ihren Ursprung auf dem Frienisberg. (Siehe Kanton Bern, Bau- und Verkehrsdirektion, Grundlagenbericht: Hydrogeologie Region westlich und nordwestlich von Bern, pdf). 

Der Leutschenwald und der Schüpberg sind enorm reich an Quellen und kleinen Sümpfen. 

 
Für den Bau nur einer Windkraftanlage braucht es rund Tausend Tonnen Beton, das Fundament des 200 Meter hohen Turms muss je nach Bodenstabilität 10 bis 20 Meter tief im Boden verankert werden, grosser Flächen Boden werden versiegelt. Grundwasserströme, Quellfassungen und die Wasserversorgung können dadurch beeinträchtigt werden.

Windenergieanlagen sind in Grundwasserschutzzonen (S1 und S2) grundsätzlich nicht erlaubt. Doch auch ausserhalb dieser Zonen kann das dichte Netz an Wasserströmen am Frienisberg beeinträchtigt werden. Eine bis zwei der geplanten WEA kommen laut Angaben der Windenergie Schweiz AG in den Grundwasserschutzbereich Au zu liegen.


Bild: Leutschenbach im Lindachwald.

Südsicht Leutschen, Lindachwald durch Windenenergieanlagen bedrohte Kulturlandschaft

Historisches Kulturerbe gefährdet

Der Frienisberg ist seit Jahrhunderten ein landschaftliches Kulturgut. Schon die Kelten und Römer haben hier gelebt. Die wenigen schmale Strassen, die heute gerne von Radfahrern und Wanderern benutzt werden, entsprechend nahezu unverändert dem historischen Verkehrsnetz.

In den Wäldern von Diemerswil, Kirchlindach, Grächwil bis Wohlen finden sich frühkeltische Gräber (750 – 450 v. Chr). In Grächwil wurde bei einem solchen Keltengrab die «Hydria von Grächwil» gefunden, ein keltisches Prunkgefäss, das zu den bedeutendsten Sammlungsstücken des Bernischen Historischen Museums gehört.

Die diversen Campagnen («Landschlösser») in Herrenschwanden, Heimenhaus, Grächwil, Hofwil, Münchenbuchsee zeigen, wie schon das «Alte Bern» den Frienisberg als Erholungsraum geschätzt hat.

Mit den Windindustrieanlagen wird das historische Erbe einer einmaligen Kulturlandschaft für immer verändert und entwertet.

Bild: Blick von Jetzikofen Richtung Leutschenwald.

Werden Sie aktiv

Engagieren Sie sich mit uns gegen die geplanten Windenergieanlagen im "Lindechwald-Kohlholz".