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Mitwirkung zur Umwelt- und Energiestrategie der Gemeinde
Kirchlindach, 19. April 2026 – Der Gemeinderat stellte am 29. Januar 2026 erste Ziele und Massnahmen zur Umwelt- und Energiestrategie von Kirchlindach vor. Wir haben dazu als Verein Stellung genommen: Die Ziele im Bereich «Umwelt» begrüssen wir, jene im Bereich «Energie» lehnen wir ab.
Ziel «Windenergie» muss gestrichen werden
Das Ziel «Windenergie» muss zwingend aus der Strategie gestrichen werden. Zunächst muss sich die Bevölkerung über ein Vorhaben dieser Tragweite äussern können. Der geplante Windpark «Lindechwald-Kohlholz» hätte gravierende Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Landschaft und widerspricht dem Leitbild der Gemeinde diametral, in dem u.a. steht: «Wir tragen Sorge zu unseren Ortsbildern und unserer Landschaft sowie zu Natur und Umwelt». Das im Umfragebogen aufgeführte Ziel, auf dem Gemeindegebiet eine Stromproduktion durch Windkraft von 21'000 mWh zu realisieren, ist nur mit schweren Eingriffen in Landschaft und Natur möglich und steht im direkten Widerspruch zu Umweltzielen in der Strategie, die u.a. eine funktionsfähige ökologische Infrastruktur, den Schutz der wichtigsten Leit- und Zielarten, den Schutz des Waldes, die Reduktion der Lichtemissionen u. a. als Zielforderungen hat. Das Frienisberg-Gebiet würde als Erholungsraum massiv an Wert verlieren.
Massiver Eingriff in das Ökosystem Wald und Landschaft
Der Wald würde durch Bau und Betrieb von Windenergieanlagen (WEA) langfristig in seiner Funktion als Lebensraum und Wandergebiet für Wildtiere von den Alpen Richtung Jura stark beeinträchtigt. Mitten durch das Windplangebiet zieht sich ein wichtiger nationaler Wildwechselkorridor. Die geplanten WEA bedrohen die sensible Tier- und Pflanzenwelt im «Lindechwald-Kohlholz». Hoch gefährdetet Arten wie Fledermäuse, Eulen, Greifvögel und Störche sowie andere geschützten Tierarten, die dieses Gebiet als Aufzuchts-und Brutgebiet sowie als Zugroute nutzen, würden massive Einbussen ihrer Populationen riskieren.
Widerspruch zur Schutzzonenplanung (in Kraft ab 1. März 2026)
Der geplante Windpark steht im Widerspruch zur verpflichtenden Schutzzonenplanung der Gemeinde. Die Schutzzonenplanung fordert ausdrücklich: „Freihaltung von Gebieten von besonderer Eigenart, Schönheit und besonderem Erholungswert“ und “alle Vorhaben müssen sich gut in das Landschaftsbild einfügen“. Der Gemeinderat von Kirchlindach hatte frühere Anfragen für ein Windprojekt mit Verweis auf eine Kollision mit der Erweiterung der Schutzzonenplanung abgewiesen (Siehe Erläuterungsbericht zur Abstimmungsvorlage von 2024, S. 13).
Förderung von Photovoltaik
Die Gemeinde sollte das Potenzial der Photovoltaik zur erneuerbaren Stromproduktion noch viel stärker nutzen – auch im Verbund mit Privaten («Bürgersolaranlage»). Die Gemeinde kann zudem bei Gebäudesanierungen und Ersatz von fossilen Heizungen ambitionierter vorgehen und gezielte Förderprogramme initiieren.
Transparenz wichtig
Der Mitwirkungsbericht sollte aus Gründen der Transparenz öffentlich gemacht werden.
Grosses Interesse für den Landschaftsschutz
Kirchlindach, 12. Februar 2026 – Gegen 150 Personen haben sich am 12. Februar in der Turnhalle Herrenschwanden zum Referat des ehemaligen Leiters der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Raimund Rodewald, eingefunden. Das Interesse war gross, es nahmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Kirchlindach und den umliegenden Gemeinden teil.
Raimund Rodewald erläuterte die Besonderheiten der Weilerlandschaft am südlichen Frienisbergplateau und die Bedeutung des Erhalts dieser einzigartigen Kulturlandschaft nahe der Hauptstadt. Er äusserte seine Sorge angesichts der Pläne für einen Windpark oberhalb des Dorfes Kirchlindach und nannte zahlreiche Aspekte, die gegen die geplanten 200 Meter hohen Windturbinen in der „Landschaft des Jahres 2024“ sprechen.
Dabei ging er unter anderem auf die Anforderungen der Schutzzonenplanung der Gemeinde ein und kritisierte den Umstand, dass ein Windpark im Lindechwald-Kohlholz ausserhalb der vom Bund bestimmten prioritären Windpotenzialgebiete läge (Bundesamt für Raumentwicklung ARE, Konzept Windenergie, 2020). Die Machtbarkeitsstudie stütze sich auf einen veralteten Richtplaneintrag Mittelland von 2016, sagte Raimund Rodewald.
Grundsätzlich gelte es bei der Standortplanung für grosse Infrastrukturvorhaben die Proportionalität zu wahren, Sichtachsen zu respektieren und Bündelung mit anderen Grossinfrastrukturen zu suchen. Das alles sei bei den Plänen für den Windpark Kirchlindach nicht ersichtlich. Es gebe erhebliche Widersprüche zu generellen Standorteignungskriterien und zu den ausgezeichneten Qualitäten der Landschaft (Intaktheit, Weite, Sorgfalt der Planungen). Es sei keine Einpassung der massiven Windturbinen in die Landschaft möglich. Zudem widerspreche der Ersteingriffscharakter den Sorgfalts-Bemühungen der Gemeinden und der Grundeigentümer um ihre Landschaft.
Hinzu komme die Frage der sozialen Akzeptanz. Raimund Rodewald warnte vor einer Spaltung der Bevölkerung wie sie bereits in anderen Gemeinden wegen Windturbinen erfolgt sei.
Er betonte zudem die Bedeutung einer dezentralen Energieversorgung (Solarenergie, Biomasse etc.) an Stelle von Grosswindanlagen und Effizienzgewinne bei Gebäudedämmung und Wärmepumpen, um die Stromversorgung im Winter zu sichern.
Windturbinen in der Landschaft des Jahres 2024? Referat von Raimund Rodewald
Kirchlindach, 11. Januar 2026 – Die Weilerlandschaft am Frienisberg wurde 2024 von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zur «Landschaft des Jahres» gekürt. Die Auszeichnung würdigt eine aussergewöhnliche Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung, die über Jahrhunderte sorgfältig erhalten wurde und trotz vieler Dörfer und Weiler nie zersiedelt wirkt. Umso grösser ist die Sorge um diese einmalige Landschaft, die heute durch den geplanten Windpark bei Kirchlindach bedroht ist.
Der Verein Stopp Windpark Kirchlindach lädt zu einem Referat von Raimund Rodewald ein. Als langjähriger Leiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und ausgewiesener Experte für Raumplanung beleuchtet er den Wert der «Landschaft des Jahres 2024» und die weitreichenden Folgen von Windturbinen für Kulturlandschaft, Natur und Lebensqualität.
🗓️ Donnerstag, 12. Februar 2026, 19:30 Uhr
📍 Turnhalle Herrenschwanden, Halengasse 9, 3037 Herrenschwanden
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eintritt frei.
Neuer Verein gegen Windindustrieanlagen in Kirchlindach gegründet
Kirchlindach, 28. August 2025 – Wir haben die Gründung des Vereins Stopp Windpark Kirchlindach am 28. August per Medienmitteilung publik gemacht. Darin rufen wird den Gemeinderat von Kirchlindach auf, zum Schutz der einmaligen Natur und Landschaft und aus Solidarität mit Hunderten von betroffenen Anwohnern das Projekt fallenzulassen.
«Die mindestens fünf 200 Meter hohen Windturbinen bedrohen Wald, Natur, Landschaft und Lebensqualität von Hunderten von Menschen in Dörfern und Weilern am südlichen Plateau des Frienisbergs», sagt Elisabeth Dietschi, Co-Präsidentin von Stopp Windpark Kirchlindach.
«Die Windenergie bringt viel zu wenig Ertrag für den enormen Schaden, der beim Bau und Betrieb in dieser schützenswerten Landschaft entsteht. Wir befürworten die Energiewende, aber diese muss nachhaltig sein und nicht in erster Linie Landschaft und Natur zerstören. Wir sind gegen Windanlagen, die um jeden Preis erstellt werden sollen und setzen uns ein für einen intelligenten, naturverträglichen und nachhaltigen Strommix aus erneuerbaren Energien.»
«Wir rufen den Gemeinderat von Kirchlindach auf, zum Schutz der Landschaft und Biodiversität und aus Solidarität mit den Anwohnern das Projekt zu stoppen. Es macht keinen Sinn, die ganze Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), Windmessung und Auswertungen durchlaufen zu lassen, weil diese Anlagen hier im Lindechwald-Kohlholz schlicht und einfach fehl am Platz sind. Da kann und soll der Gemeinderat vorher Rückgrat zeigen und die Abklärungen beenden», sagt Co-Präsident Ueli Marthaler.
Hier gehts zur vollständigen Medienmitteilung.
Wichtiger Schritt: Waldschutzinitiative erfolgreich eingereicht
Kirchlindach, 25. Juli 2025 – In der Schweiz sind mehrere hundert Windparks und weit über 1000 Windkraftanlagen geplant. Viele von ihnen sollen mitten im Wald oder direkt am Waldrand errichtet werden. Für jede installierte Windkraftanlage müsste eine Fläche von einem Fussballfeld gerodet werden. Tausende Hektar Wald und Natur würden dafür geopfert. Der Wald ist nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für den Menschen lebenswichtig.
Die Waldschutzinitiative verbietet nicht die Errichtung von Windkraftanlagen in der Schweiz, sondern verlangt, dass diese deutlich ausserhalb von Wäldern und Waldweiden geplant und gebaut werden. Klimaschutz bedeutet auch, den Wald als natürliche Lunge zu schützen.
Am 25. Juli 2025 wurde die Waldschutzinitiative mit 111’612 beglaubigten Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht.
Gemeindeschutzinitiative will Mitbestimmung sicherstellen
Kirchlindach, 25. Juli 2025 – Die Gemeindeschutzinitiativ fordert: Kein Windkraftprojekt ohne die Zustimmung der betroffenen Bevölkerung. In der ganzen Schweiz sind Hunderte von Windparks geplant – von den Alpen bis ins Mittelland. Viele dieser Projekte greifen tief in das Landschaftsbild ein und verändern den Alltag der Menschen vor Ort.
Die Gemeindeschutzinitiative verpflichtet Bund und Kantone, in stark betroffenen Gemeinden verbindliche Volksabstimmungen zu ermöglichen. Sie verbietet Windkraft nicht – sie stellt aber sicher, dass sie nur dort gebaut wird, wo die Mehrheit der Bevölkerung ausdrücklich zustimmt.
OAm 25. Juli 2025 wurde die Gemeindeschutzinitiative mit 108’302 beglaubigten Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht.
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3038 Kirchlindach